Kategorie: Videos

  • Gesehen: Pauline à la Plage (1983)

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    Für mich kreist der Film um diese eine wunderbare Szene, in der Marion, Pierre, Henri und Pauline zum ersten Mal zusammensitzen und sich über die Liebe unterhalten. Während die Erwachsenen versuchen, jede noch so kleine Gefühlsregung zu intellektualisieren, allem möglichst philosophisch zu begegnen und Liebe, Lust und Verlangen mit klaren Regeln eine gewisse Logik aufzuzwingen, sitzt Pauline fast schon gelangweilt herum und schweigt weitestgehend. Was dann jedoch immer klarer wird: Sie tut das nicht, weil sie zu naiv oder unwissend ist. Sie tut das, weil sie als einziger Mensch im Raum sowohl einen klaren Verstand als auch ein klares Herz hat.

    ★★★★☆

  • Gesehen: Stars at Noon (2022)

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    Ich bin immer wieder fasziniert und beeindruckt von Claire Denis’ unablässigem und unermüdlichem Bohren in kolonialen Vergangenheiten und neokolonialistischen Verbrechen. Ich kenne niemanden, der sich dieser Themen mit solch großer Ruhe und Zurückhaltung, so elegant, feinsinnig und klug annimmt – immer mit dem scharfen Blick auf großkapitalistische Konzerne und staatliche Akteur*innen, die politische Instabilität ausnutzen, um Mensch und Boden nahezu ungestraft auszubeuten sowie ihre nicht demokratisch legitimierte Macht weiter auszubauen – in STARS AT NOON auf dem regelrechten Spielfeld Zentralamerika und in gewohnt melancholischem Dahinplätschern.

    ★★★★☆

  • Gesehen: Favolacce (2020)

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    Ich habe mich dabei ertappt, wie ich innerlich ein paar Mal „italienische Ruben Östlund hehehehe“ zu mir selbst gesagt habe. Und damit ist eigentlich schon klar, dass auch FAVOLACCE ein Stoff ist, an dem sich die Geister schieden und scheiden. Der Film ist bitterböse, gnadenlos und konsequent abrechnend – wie man eben mit neoliberalen Arschlöchern mit Hang zum Faschismus umgehen muss. Das ist der gute Östlund.

    Darin ist der Film nur überaus selbstgefällig und suhlt sich darin, mit dem Zeigefinger gehässig auf die Spitze des Eisbergs zu deuten. Doch Kritik an den Ursachen dieser Missstände, an den gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Verhältnissen, die übt der Film nicht. Das ist der schlechte Östlund.

    ★★★☆☆