Kinotagebuch: All of Us Strangers (2023)

ALL OF US STRANGERS lässt sich wunderbar intellektualisieren, als Metapher auf die Anonymität der Großstadt lesen, als Versuch die Reaktion der menschlichen Psyche auf Traumata zu entknoten, sogar die Lesart als Corona-Film bietet sich an. Man kann den fast schon brachial deskriptiven Soundtrack als übertrieben und irrtierend empfinden und vortrefflich über Diesseits, Jenseits und alles dazwischen debattieren.

Aber am Ende bleibt es ein kurzer Wortwechsel zwischen Adam (Andrew Scott) und seinem Vater (Jamie Bell), der als Kondensat der absoluten emotionalen Wucht dieses Films sinnbildlich für das steht, was er unbarmherzig fühlen lässt:

Dad: We are proud of you.

Adam: I’ve done nothing to be proud of…

Dad: You got through it, you’re still here.*

Ich kann nicht in Worte fassen, wie nah ich mich dem fühle.

*(Das ist nur aus dem Gedächtnis wiedergegeben, das direkte Zitat konnte ich ad hoc nirgendwo aufgeschrieben finden.)

★★★★½