Gesehen: Spätherbst (1960)

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Das war der erste Ozu, der sich bei mir etwas gezogen hat. Nichtsdestotrotz steckt auch dieser Film voller kluger Beobachtungen und wie schon zuvor in SOMMERBLÜTEN (1958) bis zur Oberfläche durchdringende und mitunter auch in offenen Streit eskalierende Wut. Eine Wut ob der dreisten Anmaßung des eigenen Geschlechtes, mit dem anderen umgehen zu wollen wie mit Spielfiguren auf der Risiko-Weltkarte.

Die stärkste Szene, das stärkste Motiv: Der Bräutigam steht im strengen schwarzen Anzug neben seiner in ein traditionelles japanisches Gewand gekleideten Braut, beide blicken wie versteinert mit finsterer Miene in die Kamera. Der Fotograf fordert beide dazu auf, sich nun bitte nicht mehr zu bewegen und betätigt den Auslöser. Ehe im Kontext dieser Gesellschaft ist Stillstand. Die Zeit wird einem Foto gleich eingefroren, Fortschritt wird unmöglich.

★★★★☆