Gesehen: Corpo Celeste (2011)

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Sehr viele (vermeintliche) Kleinigkeiten haben mir bei diesem Film gefallen. Alice Rohrwacher hat ihre Geschichte gespickt mit Details wie etwa den Stand am Rande der Prozession, an dem offenbar sowas wie Kuscheltiere gekauft werden können. Und der fahrenden Werbetafel, die über Lautsprecher zur Wahl eines Politikers mit vagen Versprechungen aufruft und dieses Bild letztlich in der Prozession aufgelöst wird. (Katholische) Kirche ist Politik, macht Politik und war schon immer darauf bedacht, den Armen das Geld aus den Taschen zu ziehen und in die ihrigen zu stecken.

Hochproblematisch wird es, wenn man sich dem Konstrukt Kirche gar nicht entziehen kann – etwa weil man auf bezahlbaren Wohnraum oder gesellschaftlichen Anschluss angewiesen ist. Aber Hauptsache, der Priester ignoriert die Hilfsbedürftigen, die unter widrigsten Bedingungen im Müll oder der rauen Witterung ausgesetzt am Meer campieren müssen und gönnt sich unweit davon noch schnell eine stattliche Portion Fisch für umme im Restaurant am Strand, während er gedanklich sowieso schon nach der nächsten Sprosse der Karriereleiter greift und seine Gemeinde ohne mit der Wimper zu zucken im Stich lässt.

Wer das jedoch infrage stellt, wird geächtet. Wer sich nicht der Autorität der Kirche unterwirft, wird bestraft. Perfektion wird verlangt, aber niemand kann diesem Anspruch gerecht werden und steht deshalb auf immer in der Schuld der Kirche.

★★★½☆