Patrick Bahners: Kontinuitätslinien des deutschen Rechtsnationalismus

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Als Leipziger habe ich mich vergleichsweise wenig mit Neo Rauch beschäftigt. Im von mir geschätzten Museum der bildenden Künste sind zwar Werke von ihm prominent ausgestellt, aber bisher habe ich keinen Zugang zu ihnen gefunden. Es ist mir jedoch jetzt glasklar, unter welchem Licht das künftig zu tun ist.

Zum Licht geführt hat mich FAZ-Redakteur Patrick Bahners, der jüngst bei den 54. Römerberggesprächen in Frankfurt am Main anhand eines Interviews, das Rauch diesen Sommer der NZZ gegeben hat, die Kontinuitätslinien des deutschen Rechtsnationalismus nachzuzeichnen versucht.

Bahners ist in seiner Analyse sehr bedacht auf eine ausgewogene Sprache und darauf, Rauch nie als Person anzugreifen. Er lässt seine messerscharfe Analyse von Rauchs Worten für sich sprechen.

Oder wie ich es hiermit formulieren möchte: Innerhalb einer guten halben Stunde zerlegt Bahners das politische Denken Neo Rauchs nach allen Regeln der Kunst und stößt ihn – zumindest meinem Dafürhalten nach – von seinem wahrgenommenen Podest.

Und wie es aussieht, hätte ich diese Erkenntnis schon vor langer Zeit haben können. Umso irritierender, in welcher Breite er meiner Wahrnehmung nach eher unkritisch rezipiert und als handwerkliches Genie sowie intellektuelle Seele verkultet wird. Und auch ich war davon angetan, als ich vor zwei Jahren Nicola Graefs Langzeitporträt von Neo Rauch gesehen habe. Habe ich damals vielleicht nicht genau genug hingehört…?