Mein Medienmenü – Woche 47/2023 & Jens Wawrczeck

Jens Wawrczeck aka Peter Shaw von Die drei ??? (r.) zusammen mit der fürs Filmprogramm der Cinémathèque verantwortlichen Katharina Franck (l.)

Was war ich traurig, als in Leipzig die Pläne für ein eigenes Filmkunsthaus scheiterten. Dass danach irgendwie auch die Cinémathèque aus meinem Wahrnehmungshorizont wieder verschwunden ist, kann ich eigentlich niemandem – inklusive mir – glaubhaft erklären. Aber diese Woche, da habe ich sie wiederentdeckt! Denn einen Hitchcock auf großer Leinwand bekommt man in dieser Stadt nicht allzu oft zu sehen. „Rahmenprogramm“ war Hitchcock-Fan und Die drei ???-Sprecher Jens Wawrczeck. Zwar bin ich als cinephiles Wesen kein sonderlich großer Freund von Filmeinführungen – ich ergründe lieber erstmal selbst, ohne vorab auf eine bestimmte Bahn geschubst zu werden –, aber in dem Fall ging das schon klar. Und jetzt habe ich die Cinémathèque – neuerdings auch mit höchsteigener Spielstätte, also sozusagen einem kleinen Filmkunstladengeschäftchens – wieder auf dem Schirm. Und die ist wie ich am Kino als Diskursraum interessiert.

Anyways… Auch abseits von Hitchcock kann ich mit meiner dieswöchigen Filmauswahl (mit einer Ausnahme) ziemlich zufrieden sein. Cool, dass BOTTOMS jetzt auch hierzulande zu sehen ist. Schade, dass er kein Kinofenster spendiert bekommen hat und bei Prime Video fast schon nebenbei ins Programm geworfen wurde. Anschauen lohnt sich!

Geschaut habe ich außerdem den von Kim Frank zusammengeorgelten Doku-Dreiteiler über die Band Echt, deren Frontman er damals™ (1994-2002) war. Der hat mich erstmal zwiegespalten zurückgelassen. Denn zuallererst ist der Untertitel Unsere Jugend fast schon vermessen, weil die gewählte Perspektive durch und durch nur seine Jugend ist, er in erster Linie über seine Freunde und Bandkollegen Kai Fischer, Andreas Puffpaff, Florian Sump und Gunnar Astrup spricht und mit ihnen bis auf wenige Minuten gar kein richtiger Dialog stattfindet – obwohl eine der zentralen Erkenntnisse der Doku ist, dass ein besserer Austausch miteinander manche Probleme besser zu bewältigen gemacht hätte. Und trotzdem sind die drei Teile keine übele Egoshow, sondern irgendwie auch eine gelungene Reflektion des frühen Ruhms.

Naja, und dann brach sie aus mir heraus, die plötzliche und mir unerklärliche Sehnsucht nach einem Rewatch von The O.C., was ich dann auch sofort umgesetzt habe. Joyn hat alle vier Staffeln (sogar im O-Ton) im werbefinanzierten Teil des Angebots!

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