Gesehen: Natural Born Killers (1994)

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NATURAL BORN KILLERS ist gleichzeitig ein Film, den ich so nie von Oliver Stone erwartet hätte* und einer, der so eindeutig Oliver Stones Handschrift trägt**.

*Rein ästhetisch hat mich dieses Werk total hypnotisiert. Der sonst formal eher konservative Stone hat hier einen packenden Fiebertraum inszeniert, der wie das grobschlächtigere Fundament für den vier Jahre später erschienenen FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS wirkt. Dem liegt durchaus visuelles Ideenreichtum zugrunde. Stone probiert Unkonventionelles aus, spielt mit der Umkehrung und Verrückung von Perspektiven, erzählt viel über Farbe(n) und überlagert mehrere Erzählebenen.

**Inhaltlich gerät der Film dann mitunter doch ins Hintertreffen. Stone liefert auch hier einfache Antworten, die den komplexen Problemen/Fragestellungen meistens nicht gerecht werden. Er ist dann eben doch kein Sidney Lumet und NATURAL BORN KILLERS ist kein NETWORK. Nichtsdestotrotz lässt sich der Radikalität, mit der hier gesellschaftliche und mediale Obsession mit Gewalt und Sex herausgearbeitet und überhöht inszeniert wird, auch applaudieren. Auch seine Beobachtungen hinsichtlich der Rolle von Strafverfolgung und -vollzug innerhalb der daraus entstehenden Eskalationsspiralen sind pointiert, aber treffend. (Was Stone hier jedoch als obszöne Sexualität verkauft, sagt auch schon wieder viel über die scheinheilige Prüderie der US-Gesellschaft aus, von der sich der Filmemacher selbst offenbar auch nicht befreien kann.)

★★★½☆