Gesehen: Disco Boy (2023)

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Dieser Film macht so viel richtig und richtig gut. Die Bilder erzeugen einen wirklich hypnotischen Sog. Und aus den Ober- und Untertönen der Kolonialisierung quasi einen Vibe zu machen, ohne zu trivialisieren, das ist schon stark. Aber es fühlt sich letztlich eben doch sehr risikolos und wie auf bereits bereiteten Pfaden wandelnd an. Nicht zuletzt Claire Denis’ BEAU TRAVAIL (1999) oder jüngst etwa HUMAN FLOWERS OF FLESH (2022) kommen dabei in den Sinn.

Zeitlos interessant bleibt meiner Meinung nach der Aspekt des Militärs. Als großer Gleichmacher, als Eintrittskarte zu einer besseren Zukunft präsentiert sich die Fremdenlegion auch hier. Währenddessen werden die Legionäre dazu benutzt die kolonialistisch geprägten Machtverhältnisse außerhalb Frankreichs/der Europäischen Union zu zementieren, Migrant*innen inklusive den Legionären werden weiter eiskalt ausgebeutet. Alles bleibt gleich, ist es aber weiterhin nicht. Denn Aufenthaltstitel und Pass hin oder her, das System sorgt zuverlässig dafür, dass sich nie eine wirklich (ökonomische) Perspektive auftun wird und Abhängigkeiten weiterhin bestand haben werden.

★★★☆☆