Gesehen: Eden Lake (2008)

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EDEN LAKE ist im Umgang mit seinen Figuren an Drastik kaum zu überbieten und zieht erschreckend viel Genuss daraus, seine Figuren mit so viel Scheiße wie nur irgend möglich zu bewerfen. In einem wirklichen Genrefilm mag das funktionieren, aber EDEN LAKE will gleichermaßen Sozialdrama sein. Unterm Strich bleibt so weitestgehend zynischer Quatsch übrig.

Der Film lässt ökonomische Perspektivlosigkeit, Eskapismus im Drogenrausch, eine weit geöffnete soziale Schere, fehlende soziale Auffangmechanismen, Gentrifizierung und Abdrängung an den Rand der Gesellschaft aufeinanderkrachen und bietet mit dem zentralen Konflikt einen horrormäßig überzeichneten Ausblick auf den bevorstehenden Bruch im gesellschaftlichen Gefüge. Diese Komplexität lässt sich jedoch wirklich nur finden, wenn man permanent in Metaphern denkt und damit aufhört, sich mit dem tatsächlich Gezeigten auseinanderzusetzen.

Wirklich gut kann EDEN LAKE nur eine Sache: Terror. Zwar habe ich wie oben angedeutet viel Kritik für die Wahl der Bilder übrig. Aber der Film erzeugt eben auch gekonnt atmosphärische Dichte aus der schieren Spannung, die durch die reine Möglichkeit der Gewalt und Brutalität aufgebaut wird. Das Eine bedingt also ohne Frage das andere. Aber die Balance will hier einfach nicht gelingen.

★★½☆☆