Gesehen: Misery (1990)

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Dieses Bild des gottgleichen kosmopolitischen Literaten, der vom einfältigen Landei hochstilisiert wird, ist selbstverständlich eine im Kern misogyne Erzählung. MISERY jedoch ausschließlich über diesen Kamm zu scheren, scheint mir dann aber doch zu einfach. Denn gelesen werden kann aus dem Film tatsächlich auch ziemlich viel über das Verhältnis von Kunstschaffenden zu ihrer Kunst zu den Rezipient*innen. So ließe sich durchaus argumentieren, dass die Figur des Paul Sheldon sein eigenes Leid immer größer werden lässt, weil er so verbissen auf der Kontrolle der Protagonistin seiner Bücher und ihrer Geschichte beharrt. Doch sobald Kunst™ einmal in der Welt ist, gehört die Deutungshoheit (meiner Meinung nach) nur noch dem Publikum. Kontrolle hingegen ist das, was Kunst klein bleiben lässt.

Losgelöst von der Anordnung der Geschlechterrollen und Gedanken zum Kunstbegriff ist MISERY aber auch einfach super unterhaltsam. Kathy Bates kann super auf diesem immer leicht überspannten Bogen spielen und die Welt um die beiden Hauptfiguren herum ist von herrlich schrulligen Gestalten bevölkert, die Erinnerungen an den sechs Jahre später erschienenen FARGO (1996) wecken.

★★★½☆