Gesehen: The Son (2022)

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Komplett warm geworden bin ich mit THE SON bis zuletzt nicht, obwohl mir der Film aus verschiedenen persönlichen Gründen sehr nahe ging. Wo Florian Zeller es zuvor bei THE FATHER (2020) noch vermochte, bisher unbekannte Gefühlswelten erfahrbar zu machen, fällt ihm hier keine wirkliche inszenatorische Sprache ein, mit der er seinen Themen gerecht werden oder ihnen näher kommen könnte. Vielmehr wird das Erwartbare sehr kühl und mechanisch an der gut gespielten Oberfläche entlang und mit in ihrer metaphorischen Wirkung eher plump gewählten Rückblenden erzählt.

Letztlich hat mich THE SON ratlos zurückgelassen. Nicht, weil er keine Antworten liefert. Das muss er gar nicht. Das muss kein Film. In diesem Zusammenhang musste ich an Lynne Ramsays WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN (2011) denken, der auf eine sehr unangenehme und eindringliche Art die Erklärung des Entsetzlichen verweigert und darüber einen viel größeren Denkraum eröffnet, als es Florian Zeller hier kann. Dafür steht er sich selbst mit seiner Art, von einer Zahl zur nächsten zu malen, selbst viel zu sehr im Weg.

★★★☆☆