Gesehen: Rotting in the Sun (2023)

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Sebastián Silva hat hier eine unwiderstehlich erratische Auseinandersetzung mit dem anachronistischen (Selbst-)Bild des Künstler*innendaseins geschaffen, das nach der Maxime „Große Kunst entsteht aus großem Leid – und zwar nur aus meinem Leid und keinem anderen“ funktioniert. Voller Selbstmitleid sitzt der fiktionale Sebastián Silva also völlig überheblich und unreflektiert in dieser trüben Suppe, bezeichnet Arbeit als „Gefängnis“ und führt ein pseudoprekäres Leben in großzügigen Räumlichkeiten mit jeder Menge synthetischer Drogen und einer Haushälterin, ohne die er und sein Hund Chima wahrscheinlich innerhalb einer Woche entweder verhungern oder im Müll ersticken würden.

Sebastián Silva feilt so Stück für Stück an einem unerträglichen Unsympathen und verleiht so dem Angelpunkt des Films eine unangenehme und dadurch herausfordernde Doppelbödigkeit, die über Recht und Gerechtigkeit, Klasse und Klassenkampf nachdenken lässt.

★★★½☆