Gesehen: Creed (2015)

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Das Marketing von Warner Bros. hat wirklich gar nichts verstanden. Wie können den deutschen Titel des Films um „Rocky’s Legacy“ ergänzen, wo es doch ganz klar darum geht, dass Apollo Creed als Schwarzer Mann nicht nur Rocky zeitweise ebenbürtig war, sondern der ohne ihn auch kaum diese Erfolge hätte feiern können. Und wer ist der einziger Boxer mit Statue in Philadelphia? Genau. CREED (ohne den deutschen Titel) weiß das und macht sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an die Aufarbeitung dessen.

Gleichzeitig tappt das Drehbuch von Ryan Coogler und Aaron Covington trotzdem in die gleiche Bärenfalle, durch die ROCKY III schon einen Fuß und etliche Liter Blut verloren hat. Die Rolle des Underdogs ergibt sich nämlich (in diesen Filmen) nicht aus sportlicher, sondern aus ökonomischer Ungleichheit. Angesichts dessen ist es komplett hirnrissig, den sehr offensichtlich aus einer privilegierten Position heraus agierenden Adonis Creed als Underdog zu zeichnen. Denn in eine leicht heruntergekommene Wohnung mit asketischer Einrichtung zu ziehen, ist doch völlig risikofrei und irrelevant, solange das Konto offenbar gut gefüllt ist und Adonis sein Leben ganz problemlos 24/7 auf das Boxtraining ohne Einkünfte ausrichten kann.

★★★☆☆