Kinotagebuch: Barbie (2023)

Es hat nicht lange gedauert, bis ich nach Filmstart angefangen habe, mir über Folgendes Gedanken zu machen: Wie kann ich THE LEGO MOVIE gut finden und BARBIE so enttäuschend? Immerhin handelt es sich in beiden Fällen letztlich um einen Werbefilm. Ich bin zu diesem Schluss gekommen: THE LEGO MOVIE stellt die spielerische Kreativität in den Fokus, BARBIE dient hingegen weitestgehend dem Zweck, Mattel reinzuwaschen und die weiße Weste der Absolution überzustreifen. Haben Greta Gerwig und Noah Baumbach wirklich geglaubt, mit ihrem gemeinsam geschriebenen Drehbuch den Multi-Milliarden-Konzern Mattel vor dem Hintergrund seiner aus Markt- und Markenmacht folgenden gesellschaftlichen Verantwortung ernsthaft zur Rechenschaft ziehen zu können, während derselbe Konzern mit seinem Kapital die Filmwerdung des Drehbuchs überhaupt erst ermöglicht?

BARBIE ist verlogen und halbgar, weil maximal lauwarm. Dieser Film hat eigentlich gar nichts zu erzählen und unterläuft auf jeder Ebene leider überhaupt nichts. Der feministische Grundgedanke wird in tonnenschwere Exposition gegossen und erstickt damit jeden noch so zarten Austrieb der Subversion im Keim. Die auf der Hand liegenden Pointen werden einem um die Ohren gehauen, um das Scheitern der Dekonstruktion des Konzepts Barbie im wilden Rausch einfach untergehen zu lassen. Übrig bleibt irgendein halbironisches Rumgeschmunzel, während in den weiterhin von Männern angeführten Leitungsebenen von Mattel und entsprechenden Tochterunternehmen ob der vielen hereinflatternden Dollarscheine die Luft zum Atmen knapp wird.

★★☆☆☆